++ 24.04.2002, Buchloer Zeitung ++
"Idealfall: Initiative fürs Armenhaus"
 

Infoveranstaltung mit Fachleuten in Lindenberg geplant Schlüssiges Konzept gesucht

Lindenberg (ew/kah).Auf eine breitere Basis stellen wollen die Lindenberger das Thema "Armenhaus". Bei einem Treffen von Vereinsvertretern wurde daher beschlossen, möglichst bald eine Informationsveranstaltung mit Fachleuten abzuhalten. Sollte sich daraufhin eine Initiative von Bürgern bereit erklären, sich des Armenhauses anzunehmen, wäre es um dessen Zukunft wohl gut bestellt. Wie berichtet, wurde im Bauausschuss der Abriss des Hauses diskutiert.

"Ich denke, im Falle eines Abrisses würde das Armenhaus den Lindenbergern fehlen", meinte ein Vorsitzender beim Treffen der Vereinsvertreter im Schützenheim. "Der endgültige Verwendungszweck sollte aber klar sein", meinte ein anderer. Stadtrat Wolfgang Schmid-Kemmeter hatte vorher von der jüngsten Bauausschusssitzung, auf deren Tagesordnung der mögliche Abriss des Gebäudes stand, berichtet.

Gegenüber der Buchloer Zeitung meinte er, bei dem Treffen am Montagabend sei es seitens der Vereinsvertreter grundsätzlich als positiv angesehen worden, dass das Haus nicht vorschnell niedergerissen wird. Es stehe und falle aber mit einem schlüssigen Konzept.

Ob dieses entwickelt werden kann, werde sich bei einer Informationsveranstaltung zeigen, zu der in den nächsten Wochen eingeladen werden soll. Mit dabei sein sollen laut Schmid-Kemmeter auch Fachleute vom Denkmalschutz, vom Kreis- und vom Stadtbauamt. "Es wäre der Idealfall, wenn sich daraufhin eine Art kleiner Heimatverein bildet, der sich des Ganzen annimmt", so der Stadtrat.

Dem stimmt auch Buchloes Bürgermeister Franz Greif zu. "Die Initiative muss von den Lindenbergern ausgehen", sagt er und wünscht sich: " Es müsste sich ein verantwortliches Gremium finden, das die Sache mit Elan angeht und einen sinnvollen Nutzen herausarbeitet." Auch er selbst sei "ein konservativer Mensch, der so ein Haus nicht euphorisch in einer Hau-Ruck-Aktion wegreißt". Kreisbaumeister Anton Hohenadl will die Angelegenheit nun an den zuständigen Fachmann Denis Chevalley vom Landesamt für Denkmalpflege übergeben. Er ist unter anderem für die Inventarisierung von Baudenkmälern im Landkreis Ostallgäu zuständig.

"Gewinn für den Ort"

Auch der Kreisbaumeister würde sich freuen, wenn es den Lindenbergern gelänge, mit dem Armenhaus ein Stück Dorfgeschichte zu bewahren. "Das wäre sicher ein Gewinn für den Ort", sagt er und erinnert an den kulturgeschichtlichen Aspekt, der mit dem Armenhaus verbunden ist. Denkmäler seien nicht immer Orte, die besonders schön sind, es gehe vielmehr um den Aussagewert, den sie besitzen. Hohenadl: "Man sollte Geschichte nicht auslöschen, um etwas Geschichtsloses hinzuzubauen."



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Stand: 01. Oktober 2009 21:43:24.