Infoveranstaltung mit Fachleuten in Lindenberg geplant
Schlüssiges Konzept gesucht
Lindenberg (ew/kah).Auf eine breitere Basis stellen
wollen die Lindenberger das Thema "Armenhaus". Bei einem Treffen von
Vereinsvertretern wurde daher beschlossen, möglichst bald eine
Informationsveranstaltung mit Fachleuten abzuhalten. Sollte sich daraufhin
eine Initiative von Bürgern bereit erklären, sich des Armenhauses
anzunehmen, wäre es um dessen Zukunft wohl gut bestellt. Wie berichtet,
wurde im Bauausschuss der Abriss des Hauses diskutiert.
"Ich denke, im Falle eines Abrisses würde das Armenhaus
den Lindenbergern fehlen", meinte ein Vorsitzender beim Treffen der
Vereinsvertreter im Schützenheim. "Der endgültige Verwendungszweck sollte
aber klar sein", meinte ein anderer. Stadtrat Wolfgang Schmid-Kemmeter hatte
vorher von der jüngsten Bauausschusssitzung, auf deren Tagesordnung der
mögliche Abriss des Gebäudes stand, berichtet.
Gegenüber der Buchloer Zeitung meinte er, bei dem Treffen
am Montagabend sei es seitens der Vereinsvertreter grundsätzlich als positiv
angesehen worden, dass das Haus nicht vorschnell niedergerissen wird. Es
stehe und falle aber mit einem schlüssigen Konzept.
Ob dieses entwickelt werden kann, werde sich bei einer
Informationsveranstaltung zeigen, zu der in den nächsten Wochen eingeladen
werden soll. Mit dabei sein sollen laut Schmid-Kemmeter auch Fachleute vom
Denkmalschutz, vom Kreis- und vom Stadtbauamt. "Es wäre der Idealfall, wenn
sich daraufhin eine Art kleiner Heimatverein bildet, der sich des Ganzen
annimmt", so der Stadtrat.
Dem stimmt auch Buchloes Bürgermeister Franz Greif zu.
"Die Initiative muss von den Lindenbergern ausgehen", sagt er und wünscht
sich: " Es müsste sich ein verantwortliches Gremium finden, das die Sache
mit Elan angeht und einen sinnvollen Nutzen herausarbeitet." Auch er selbst
sei "ein konservativer Mensch, der so ein Haus nicht euphorisch in einer
Hau-Ruck-Aktion wegreißt". Kreisbaumeister Anton Hohenadl will die
Angelegenheit nun an den zuständigen Fachmann Denis Chevalley vom Landesamt
für Denkmalpflege übergeben. Er ist unter anderem für die Inventarisierung
von Baudenkmälern im Landkreis Ostallgäu zuständig.
"Gewinn für den Ort"
Auch der Kreisbaumeister würde sich freuen, wenn es den
Lindenbergern gelänge, mit dem Armenhaus ein Stück Dorfgeschichte zu
bewahren. "Das wäre sicher ein Gewinn für den Ort", sagt er und erinnert an
den kulturgeschichtlichen Aspekt, der mit dem Armenhaus verbunden ist.
Denkmäler seien nicht immer Orte, die besonders schön sind, es gehe vielmehr
um den Aussagewert, den sie besitzen. Hohenadl: "Man sollte Geschichte nicht
auslöschen, um etwas Geschichtsloses hinzuzubauen."