Dorfchronik

Quelle: Hr. Johann Grad, Übersetzung der Dorfchronik, Verfasser: Josef Weißenhorn

(Auszug)

Kemptener Str. 14    "beim Bostmann"

Lt. Urk.1800

1. Besitzer: Johann Georg Krottner und dessen Ehefrau Maria - Barbara, geb. Schmid.

Im Jahre 1811 haben obige Eheleute das Anwesen um 500 fl. an ihre Tochter Kreszenz übergeben und Letztere heiratete einen Karl Scherz, Witwer und Krämer, von Rieder bei Füssen.

Scherz, Karl starb am 1. Juni 1818 (Schmerzhusten und Abzehrung, 55 Jahre alt).

Lt. Heiratsbrief vom 1. Sept. 1818 hat die Witwe Kreszentia einen II. Ehemann, den Jakob Huber, Krämersohn von Dirlewang, geheiratet.

Bei der im Jahre 1819 vor sich gegangenen Scheidung dieser Eheleute wurde gedachte Kreszentia Huber in das von ihrem Ehemann angeheiratete Grundvermögen wieder eingesetzt.

Ehefrau Krottner, Barbara starb am 10. Dez. 1827 (Brand, 76 Jahre alt).

Krottner Georg starb am 2. Aug. 1835 (Altersschwäche, 82 Jahre alt).

Dieser Mann lebte 82 Jahre von Almosen; der Arbeitslohn wird klein ausgefallen sein.

Dieses Anwesen ging dann an eine Tochter Viktoria von dem Ehebund des Karl und Kreszentia Scherz über und diese heiratete einen Joseph Geldhäuser von Lindenberg. Diese haben den Besitz am 3. März 1840 zu gleichen Teilen übernommen.

Das Anwesen kam nach 2 Jahren in Konkurs und bei der Versteigerung hat die Gemeinde Lindenberg das Anwesen um die Einlösesumme von 864 fl. erworben.

Die Gemeinde hat dieses Haus als gemeindliches Armenhaus verwendet. Es mussten kleinere Abänderungen vorgenommen werden, um mehr Wohnungen für die Armen zu bekommen.

Im Jahr 1852 ist das Haus abgebrannt und die Gemeinde hat mit der Brandversicherungsentschädigung und auf Gemeindekosten das Gemeindehaus Nr. 41 neu erbauen lassen.

Die Brandstelle nebst Hofraum ging durch den Kauf auf Haus Nr. 33 über.

Haus Nr. 41 neu                               Haus Nr. 32 alt

1. Besitzer: Johann Geldhauser

Lt. Urkunde 1852 ist dieses Haus Hs.Nr. 32 alt, von der Gemeinde Lindenberg aus dem Konkurswesen des Johann Geldhauser um die Einlösesumme von 864 fl. erworben worden. Dieses Haus war zusammengebaut mit Haus Nr. 33 alt. Im Jahre 1852 ist das Haus und der dazugehörende Schafstall, abgebrannt und mit Verwendung der Brandversicherungsentschädigung und dem Erlös der Brandstätte auf dem Gemeindeplatz neu erbaut worden. Im Jahre 1864*wurde noch ein Anbau für zwei Wohnungen an der südlichen Seite des bestehenden Gebäudes errichtet.

Die Wohnungen waren bis ins 21. Jahrhundert zum größten Teil von Dorfarmen bezogen gewesen, die dort auch meist verstorben sind. In der Zwischenzeit gab es Leute, die dort Wohnung von der Gemeinde gemietet haben; hauptsächlich im südlichen Teil des Hauses.

Bewohner des Gemeindehauses:

Im Jahre 1925 haben Joseph und Maria Strodel, Eheleute, die nördliche Wohnung des Gemeindehauses gemietet und bezogen. Voriger Strodel war ein Bruder des Xaver Strodel von Haus Nr. 64.

Vater Joseph Strodel starb am 7. Mai 1929 nach längerem Leiden an Magengeschwüren im Alter von 43 Jahren.

Im Nov. 1929 starb als Dorfarmer der ledige Augustin Spies; ein Stiefbruder des einstmaligen Kirchenmesners Klement Spies von Haus. Nr. 51 1/3. Er war von Jugend an landwirtschaftlicher Dienstbote. Er lebte ab 1928 - 1930, bis zu seinem Tod,  im Gemeindehaus.

Im Jahre 1931, ist die Dorfarme Anna Menhofer infolge Altersschwäche im Alter von 76 Jahren im Krankenhaus Waal.

Seit dem Jahre 1932 wohnte die Familie Sieber, die das Anwesen von Haus Nr. 3 von Egle gekauft haben und dann zur Last der Gemeinde Lindenberg gefallen sind, in der südwestlichen Wohnung unentgeltlich im Armenhause. Sobald Familie Sieber das Haus Nr. 3 betreten hatte, ist die Familie nach dem Gesetz der Gemeinde Lindenberg zur Last gefallen.

Am 1. März 1935 ist der Sägearbeiter Meichelböck Alois und Agate von der Wohnung in der Fuchsfarm in die nordwestliche Wohnung des Armenhaues gezogen.

Seit die Dorfarme Menhofer Anna 1932 gestorben ist, hat der verheiratete Sägearbeiter Josef mit Familie die südöstliche Wohnung in Miete.

Nachtrag

Frau Sander, die auch Mitglied in unserem Verein ist, lebte in dem Gebäude zur Miete und wirkt am Erhalt des Hauses mit.

Bis zu ihrem Tod im Februar 2002 lebte Frau Stadler im nördlichen Teil des Gebäudes. Sie ist allen Lindenbergern wohl bekannt durch ihren üppigen Blumenschmuck rund um das Haus. Es wurde aus diesem Grund auch zum Postkarten-Motiv.

*Fußnote: Die Jahreszahl 1864 ist nicht ganz sicher belegbar, da der Originalplan des Anbaues eine Jahreszahl 1872 trägt.

(Nachtrag; Karin Friedrich)



 Diese Website ist ständig in Bearbeitung.
Bei Fragen oder Unklarheiten im Zusammenhang mit dieser Website, wenden Sie sich bitte an [team@karindesign.de].
Stand: 01. Oktober 2009 21:43:24.