Buchloe (bz) | 27.03.2009 10:16 Uhr

Landesamt schlägt Armenhaus vor

Lindenberger hoffen auf Denkmalschutzpreis

Das Lindenberger Armenhaus wurde vom Landesamt für Denkmalpflege in München für den diesjährigen Denkmalschutzpreis vorgeschlagen. Bereits Mitte des 19.
 
Jahrhunderts wurde das Gebäude am Fuß des Kirchbergs in Lindenberg auf Gemeindegrund errichtet. Mehrere Wohnungen wurden eingebaut. Mittlerweile ist die Außensanierung abgeschlossen, die Mauern sind trockengelegt und der Innenausbau ist kräftig voran geschritten. Bereits im Frühsommer diesen Jahres sind erste Ausstellungen im Anbau geplant.

Lindenberg | Von KArin hehl Und EVa Wiedemann | 27.03.2009 16:38 Uhr

Lindenberger liebäugeln mit Denkmalschutzpreis

Armenhaus - Sanierung soll nächstes Jahr abgeschlossen sein - Landesamt schlägt Gebäude für Auszeichnung vor

Das Lindenberger Armenhaus wurde vom Landesamt für Denkmalpflege in München für den diesjährigen Denkmalschutzpreis vorgeschlagen. Mit dieser Nachricht wartete der Förderverein bei der Jahresversammlung im Lindenberger Vereinsheim auf.
 
Lindenberger liebäugeln mit Denkmalschutzpreis

Hilmar Quantz dankte dabei allen ehrenamtlichen Helfern. Er blickte auf das vergangene, arbeitsreiche Jahr zurück: Mittlerweile ist die Außensanierung abgeschlossen, die Mauern sind trockengelegt und der Innenausbau ist kräftig vorangeschritten. Im hohen Teil des Gebäudes sei ein Schornstein für einen Kaminofen eingebaut worden. Ebenfalls wurde ein Dielenboden gelegt. Vorbereitend wurde auch die Elektroinstallation eingerichtet, für die Fenster sind die Gesimse bereits eingetroffen. Im kommenden Jahr soll nun der Bodenbelag im Sitzungsraum verlegt werden. Auch die sanitären Anlagen und ein Sitzungsraum für den Förderverein werden neu errichtet und bis 2010 nutzbar sein.

Bereits im Frühsommer diesen Jahres, berichtete Quantz, sind erste Ausstellungen im Anbau geplant - etwa über Kappen und Hauben sowie von Utensilien aus ehemaligen Kriegsmaterial.

Dr. Rainer Kelm gab einen Einblick in die Kassenführung. Insgesamt 63 Mitglieder hat der Förderverein bis dato. Allerdings sei die Spendenfreudigkeit zurückgegangen, bedauerte Kelm. Abschließend zeigte Herbert Lutzenberger einen Diavortrag zu den bisherigen Renovierungsarbeiten am Armenhaus.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude am Fuß des Kirchbergs in Lindenberg auf Gemeindegrund errichtet. Mehrere Wohnungen wurden eingebaut. Im Volksmund bürgert sich bald der Begriff «Armenhaus» ein. Das Haus wurde über die Jahrhunderte hinweg zu einem wichtigen Beispiel der gemeindlichen Armenfürsorge auf dem Land.

Als die letzte Bewohnerin im Frühjahr 2002 gestorben war, erwog die Stadt einen Abriss des Armenhauses. Nach Berichten des früheren Heimatforschers Rudolf Rietzler und Recherchen der Buchloer Zeitung meldeten jedoch Denkmalschützer Interesse an dem - in seiner Ursprünglichkeit in Schwaben einmaligen - Gebäude an. Kurz darauf, im Mai 2002, wurde das Armenhaus als sozialgeschichtliches Baudenkmal unter Denkmalschutz gestellt - ein Abriss stand nicht mehr zur Debatte.

Im selben Jahr gründete sich schließlich der Förderverein Armenhaus Lindenberg. Die mittlerweile rund 60 Mitglieder machten es sich zur Aufgabe, das Gebäude zu erhalten, zu sanieren und wieder mit Leben zu erfüllen.

Im September 2002 beschloss der Buchloer Stadtrat einen Abriss des Anbaus. Dessen Dachstuhl wurde von Mitgliedern des Fördervereins im Sommer 2003 abgetragen und später wieder aufgebaut. Im September 2005 präsentierte sich das Gebäude erstmals mit einem neuen, ockernen Anstrich. Ein Jahr später erhielt der Förderverein für seine Verdienste um den heimatlichen Denkmalschutz den UBI-Preis. Im kommenden Jahr soll das Armenhaus komplett saniert sein - rechtzeitig zum Bezirksmusikfest, das 2010 zum Jubiläum des Lindenberger Musikvereins in dem Buchloer Stadtteil stattfinden wird.

Für die Renovierungsarbeiten sucht der Förderverein gebrauchte Solnhofener-Platten für einen Bodenbelag im Innenraum. Informationen dazu gibt es bei Johann Grad, Telefon (08241) 2084, und Hilmar Quantz, Telefon (08241) 8474.


 

 



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Stand: 01. Oktober 2009 21:43:24.